Innovationen bei Boston Server & Storage

Posted on 2018/08/16

Anfang Juli fand in der Nähe von München der diesjährige Boston Technology Innovation Day statt. Langjährige Kunden kennen die Veranstaltung noch als Boston Solution and Technology Day. Der Autor dieser Zeilen war dort, und stellt nachfolgend Ausstellungsstücke und Innovationen vor, die ihn besonders beeindruckt haben.

Gleich am Eingang, gegenüber der Registrierung, ein auffällig großer Kasten mit Schlächen und Kabeln, aber ganz still. Es blinkt leise vor sich hin, irgendwas läuft. Aber man hört keine Lüfter brüllen. Wait … ist das Wasser da in dem Bassin!? Nein, es ist Öl. Eine Art Babyöl. Das im Unterschied zu Wasser insbesondere nichtleitend ist. Wenn man ganze Boards zur Kühlung darin eintauchen will, ist das natürlich sinnvoll. Asperitas heißt die Firma, die diese Geräte baut. Das Öl wälzt sich selbst mittels natürlicher Konvektion um. Über Wärmetauscher wird die Wärme dann an Wasser abgegeben, das lokal genutzt oder in Fernwärmenetze eingespeist werden kann.

Mit Immersed Computing wird eine sehr viel höhere Packungsdichte für CPU-Boards erreicht. Auch Module für bis zu sechs GPUs sind möglich. Die Kollegen von Asperitas waren auch im Vortragsprogramm vertreten, wo sie Ihre Lösung im Detail vorstellten. Auf der Websseite hat Asperitas außerdem zwei Whitepapers, die technische Details zur Lösung erläutern.

Asperitas AIC24

 

Die Zukunft gehört den Daten

Weiter in den eigentlichen Ausstellungsraum, wo mich eine Boston Quattro mit AMD EPYC 7000 CPU begrüßt. Von außen relativ unspektakulär, bringt die EPYC-Architektur insbesondere Speicherbandbreite satt mit. Wie alle AMD-CPUs ist auch eine EPYC natürlich kompatibel zu Intel-CPUs, kann aber bei speicherintensiven Anwendungen ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bringen. Die besonderen Vorzüge der EPYC-Architektur, gerade auch im Vergleich zu Intel-CPUs kann man sich bei Interesse in einem etwas älteren Webinar von Boston ansehen. Und auf der deutschen AMD-Seite gibt es jede Menge technischer Spezifikationen, Beschreibungen, Benchmarks etc. zur EPYC CPU.

Daneben, unscheinbar in der Ecke ein 4HE-Chassis im Rack, die vielen Platten darin blinken fröhlich vor sich hin. Der Showcase: es läuft ein hochaufgelöstes Video, das von eben den blinkenden Platten gelesen wird. Der Dompteur zieht Platte um Platte, weder Betriebssystem noch laufendes Video lassen sich davon beeindrucken. Des Rätsels Lösung: NSULATE, ein Stück Software der Firma Nyriad. Per Erasure Coding wird eine sehr viel höhere Redundanz erreicht, als das mit herkömmlichem RAID-5 oder RAID-6 möglich wäre. Bei Boston gab's vor ein paar Monaten ein Webinar, das Erasure Coding erklärt. Um das Gesamtsystem trotzdem performant zu halten, wie man das von einem Storage-System erwartet, wird die Berechnung des Erasure Coding auf GPUs ausgelagert. Die sehr vielen Rechenkerne einer GPU erlauben eine stark parallelisierte Berechnung des Erasure Coding. Dem Betriebssystem wird ein solches Konstrukt als Blockdevice präsentiert, genauso wie eine einzelne Festplatte oder ein RAID. Der Anwender ist frei, welches Dateisystem er dort drüber legt. Einzige Einschränkung derzeit: die Software gibt es nur für Linux. Nyriad hat selbstverständlich auch ein Whitepaper zu ihrem Produkt.

Talyn Flash I/O

Zwei Tische weiter in der Ausstellung: das nächste Performance-Monster? Auch das auf den ersten Blick wenig spektakulär: Talyn. Boston spricht auch vom „Flash-IO“. Das System ist eine Zusammenarbeit von Boston, Mellanox und Excelero. Im Bauch hat das System eine größere Anzahl Micron NVMe-Flash-Module. Mittels der Excelero-Technik NVMesh werden diese Module zu einem Verbund vieler paralleler NVMe-Module zusammen geschaltet. Das System glänzt insbesondere mit sehr kurzen Antwortzeiten. Bei einer Anbindung über Infiniband können die dort möglichen Remote-DMA-Technologien genutzt werden. Davon profitieren z. B. Datenbanken, oder Anwendungen aus dem Bereich des Machine Learning und der künstliche Intelligenz. Ein Datenblatt ist in der Produktankündigung auf der Boston UK Webseite verlinkt.

Mit Micron gibt es noch eine weitere Zusammenarbeit: deren 3D-NAND-Flashes werden auch verwendet in der SuperSUSE. Das ist ein Storage System der neueren Art, auch bekannt als „Software Defined Storage“. Diese Storage-Gattung erlaubt eine sehr flexible Konfiguration verschiedener Speicherbereiche, ganz nach Anwendungsfall und Anforderungen spezifischer Anwendungen. Die Micron-Module werden hier im Cache-Layer eingesetzt, könnten alternativ aber auch als Medium für ein schnelles Dateisystem genutzt werden. Die Software-Schicht kommt von SUSE Enterprise Storage. Auch SuperSUSE benutzt zur Plattenverwaltung Erasure Coding, wenn auch nicht mit der extrem hohen Redundanz, wie das Nyriad-System von oben. Ein wichtiges Merkmal dieser Art verteiltes Dateisystem: eine Skalierung der Bandbreite erfolgt einfach, indem neue Knoten hinzugefügt werden. Daten werden immer über alle vorhandenen Knoten verteilt, und mehr Knoten bedeutet einfach mehr parallele Zugriffe.

Blockchain überall

Neben den Exponaten im Ausstellungsraum, gab es auch im Außengelände Innovation zu sehen. Auffällig am Parkplatz inmitten der Autos der Besucher: ein von außen wenig spektakulärer Container, der es aber in sich hat: So eine Kiste kann jede Menge Rechenleistung aufnehmen, spezialisiert ist der Hersteller auf Mining-Equipment. Bis zu 90 S9 Antminer passen in die Kiste, Kühlung inklusive. Den Container gibt’s bei Boston in leer, gerne aber auch fertig bestückt und komplett verkabelt mit Strom und Netzwerk. Abladen, einstecken, einschalten, loslegen.

GPU Container

Der Aufbau gestaltete sich dann auch komplexer, als erwartet. Zum Glück ist der Veranstalter hervorragend vernetzt und kennt den ein oder anderen Bauern, der spontan mit schwerem Gerät beim Abladen hilft.

Dawn of the dead!

An einer anderen Ecke im Außengelände wurden Monster in einer 3D-Welt erlegt. Die Demo gehörte zum Boston Roamer MU-VR, eine Multiuser-Virtual-Reality-Engine. Ähnlich wie den Container gibt es auch dieses Setup bei Boston in fertig montiert, verkabelt und mit der passenden Software versehen. “Nur” die 3D-Welten muss der Kunden noch selber rein laden. Die kompakten Abmaße machen die leistungsfähige Box interessant z. B. für Ingenieurbüros, die ihre Konstruktionen vor Ort beim Kunden in 3D präsentieren wollen. Mit dem Multiuser-Ansatz können mehrere Betrachter gleichzeitig und gemeinsam die 3D-Welt erwandern. Etwas mehr zu lesen über die Lösung gibt es im Blogartikel zur Produktvorstellung, sowie im zugehörigen Datenblatt.

In der Galerie zum TID gewinnen Sie einen stimmungsvollen Eindruck des Tages. Und zwischenzeitlich sind auch die Mitschnitte der Vorträge aufbereitet und veröffentlicht.

Über unseren Gastautor: Wolfgang Stief ist Projektbegleiter und Architekt von IT-Systemen. Bis 2011 arbeitete er als Systems Engineer für Sun/Solaris und Storage-Systeme bei einem Systemhaus in der Nähe von München. Seit 2017 ist der Ingenieur für Elektrotechnik im Vorstand der sys4 AG. In seiner spärlichen Freizeit sammelt, restauriert und betreibt er historische Großrechner bei Cray-Cyber.org.

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